Wenn Ernährung mehr leisten muss ...
Der Stellenwert unserer Hunde hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Heute sind sie für viele von uns weit mehr als Haustiere – sie sind Familienmitglieder und begleiten uns durch einen großen Teil unseres Lebens. Umso belastender ist es, wenn wir feststellen, dass es unserem Hund gesundheitlich nicht gut geht. Gerade dann stellt sich häufig auch die Frage, ob und welchen Einfluss die Ernährung auf sein Wohlbefinden haben kann.
Immer mehr Hundehalter beschäftigen sich deshalb intensiver mit dem Thema Ernährung und möchten die Fütterung ihres Hundes bewusster und individueller gestalten. Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung kann einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden leisten. Besonders bei gesundheitlichen Problemen kann es sinnvoll sein, die Ration genauer zu betrachten und an die individuellen Bedürfnisse des Hundes anzupassen.
Erkrankungen
Wäre Fertignahrung tatsächlich für jeden Hund und jede gesundheitliche Situation so optimal, wie es häufig vermittelt wird, wären individuelle Anpassungen bei erkrankten Hunden deutlich seltener notwendig. Immer mehr Hunde leiden heute unter gesundheitlichen Problemen wie Allergien, chronischen Verdauungsbeschwerden, Unverträglichkeiten, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Diabetes, Haut- und Fellproblemen oder anderen chronischen Erkrankungen. Dabei kann die Ernährung ein wichtiger Bestandteil der Unterstützung sein. Gerade bei Erkrankungen zeigt sich, dass ein Futter, das grundsätzlich für ein bestimmtes Krankheitsbild entwickelt wurde, nicht automatisch für jeden betroffenen Hund geeignet sein muss. Jeder Hund bringt seine eigene gesundheitliche Situation mit und kann zusätzliche Erkrankungen oder individuelle Unverträglichkeiten haben. Was hilft beispielsweise ein Nierenfutter, wenn der Hund gleichzeitig Pankreasprobleme hat und dieses Futter aufgrund seines Fettgehalts nicht verträgt? Bestehen zusätzlich Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wird die Auswahl schnell noch schwieriger. Das bedeutet nicht, dass therapeutische Fertigfutter grundsätzlich ungeeignet sind. Im Gegenteil: In bestimmten Situationen, beispielsweise während eines akuten Schubs oder zur Stabilisierung, kann ein hydrolysiertes oder anderes therapeutisches Futter eine sinnvolle und notwendige Unterstützung sein. Entscheidend ist für mich deshalb nicht, ob ein Futter industriell hergestellt oder selbst zubereitet wird, sondern ob es zur individuellen Situation des Hundes passt und seinen jeweiligen Anforderungen gerecht wird.
Ernährung
Eine optimale Hundeernährung ist kein starres Konzept. Entscheidend ist, dass der individuelle Nährstoffbedarf des Hundes gedeckt wird und gleichzeitig seine persönliche Situation berücksichtigt wird. Gerade bei Erkrankungen können sich die Anforderungen an die Ration verändern. Was hilft beispielsweise ein Futter, das grundsätzlich für eine bestimmte Erkrankung geeignet ist, wenn der Hund gleichzeitig eine weitere Erkrankung hat und dieses Futter deshalb nicht verträgt? Noch schwieriger kann es werden, wenn zusätzlich Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen. Dann stehen Hundehalter schnell vor der Frage, was sie ihrem Hund überhaupt noch füttern können, ohne dabei eine andere gesundheitliche Problematik aus dem Blick zu verlieren. Genau hier kann eine individuell berechnete und auf den jeweiligen Hund abgestimmte Ration sinnvoll sein.
Aussicht
Eine angepasste Ernährung kann bei vielen Erkrankungen einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Therapie leisten. Sie kann beispielsweise dazu beitragen, bestimmte Organe zu entlasten, die Verträglichkeit zu verbessern oder die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen gezielt an den individuellen Bedarf anzupassen. Wie stark die Ernährung Einfluss nehmen kann, hängt immer von der jeweiligen Erkrankung, ihrem Verlauf und der individuellen Situation des Hundes ab. Deshalb gibt es auch hier keine pauschale Lösung. Das Ziel sollte sein, die Ernährung so zu gestalten, dass sie den Hund bestmöglich unterstützt, seine Bedürfnisse berücksichtigt und soweit möglich zu einer guten Lebensqualität beiträgt.
Der Weg
Viele Erkrankungen können akut oder chronisch verlaufen und unterschiedliche Ursachen haben. Entsprechend individuell muss auch der Umgang damit sein. Die Ernährung ist dabei ein wichtiger Baustein, aber sie steht nicht für sich allein. Bei einem erkrankten Hund sollten immer auch die tierärztliche Diagnostik und notwendige medizinische Behandlung berücksichtigt werden. Mir ist wichtig, genau hinzusehen und die Ernährung dort anzusetzen, wo sie sinnvoll unterstützen kann. Denn jeder Hund bringt seine eigene Geschichte mit und genau diese sollte auch bei seiner Ernährung berücksichtigt werden.